Freitag, 17. Januar 2014

Long Time No See

Hier jetzt mal wieder eine Meldung aus der Versenkung, für meine wahrscheinlich einzige Leserin und beste Freundin, weil die sich beschwert hatte. Zwei Texte, die über die Weihnachtsfeiern entstanden sind:

Es ist fast 9 uhr. Bin gerade aus dem Bett aufgestanden, nicht, dass ich geschlafen hätte, aber ich lag eben im Bett, für eine andere Tätigkeit muss man davon aufstehen.
Jedenfalls stand ich auf, irritiert von einem dieser Geräusche, von denen man sich sicher ist, man könne sie einordnen, wenn man nur mal richtig hinhören würde, das durch meine Aldi-Kopfhörer vorbei an gesellschaftskritischen Gedichten klingt. Ich lausche auf. Haben meine Eltern mal wieder Sex?? Nein, zu hoch, leider bin ich mir da ganz sicher.
Reiße mir die Stöpsel aus den Ohren und versuche, mich in meiner unbebrillt-schlafuntersetzt unscharfen Realität zurechtzufinden und erkenne, dass es ein Geräusch von draußen ist. Ouh fuck, ein Autodieb, denke ich, dann fällt mir ein, dass es a) um 9 Uhr morgens, also denkbar blöde wäre, ein Auto zu Klauen und b) es relativ ineffektiv für einen Autodieb wäre, nur an den Scheiben zu kratzen. (Merke: Hirn funktioniert auch nach schlafloser Nacht noch relativ fehlerfrei)
Sehe dann raus und stelle entzückt fest, dass sich mir des Rätsels Lösung offenbart hat! Es sind die Vögel vor unserer Tür, die sich anschicken, mich in tiefsten weltgedanken mit ihrem albernen Gerufe zu stören. Will mir gerade an den eigenen Kopf fassen um 'stadtkind' zu denken, bis mir einfällt, dass es Anfang Januar ist, und diese Biester hier kein recht zu trällern haben....Stadtvögel, denke ich und lege mich wieder hin.

Chance Nr. 3
Angst ist eigentlich ne frage der Empfindung
Und Ängste sind leicht zu ertragen mit etwas Überwindung
Sagst du mir und hältst mich
Du siehst mich an, noch fällt's nicht
Auf, dass dir was fehlt
Dass dich etwas gefangen hält
Denn du bist blind. Seit fast 4 Stunden
Hast dich noch nicht wiedergefunden
Hältst meine Hand, spürst mein Gesicht
Gefangen im Dunkeln und doch weinst du nicht

Wir verlassen das Krankenhaus
Wenn du läufst siehst du wie ein Kleinkind aus
Jetzt fällt es auf, jetzt kann man es sehn
Mein Kind lernt zum zweiten mal leben und gehn
Du lachst so selten und sagst mir so oft
Dass jetzt Innere Werte gelten, ich hoff'
Dass dir nie auffallen wird
Wie viel Enttäuschung diese Einstellung birgt

Dreieinhalb Wochen  ist es jetzt her
Und du strauchelst nun fast gar nicht mehr
Dein leben hat nochmal neu gestartet
Eine "zweite Chance" hat dich erwartet
So sagst du, und du seist ganz sicher
Dein Gesicht wird dabei unehrlicher
Dass alles nur noch besser werde
Dann lachst du und legst dich ins Gras auf die Erde

Es muss nicht mehr sein
Das leben ist aus
Ob ich im Bett lieg
Oder im Leichenschauhaus
So schreibst du uns im Brief
Und überhaupt sei das leben doch ganz schrecklich schief
Verkorkst sei ein jeder, Kein Mensch sei mehr gut
Was solle man da machen, blind und voll Wut?
Du liebst uns beide, es tue dir leid
Doch es sei besser so, reif sei die zeit
Für dich schon zu früh mein Sohn, viel zu früh
Denke ich und Falle leis auf die Knie
Wie kann ich leben, dein leben hinter mir
Doch ich bin nicht alleine, ich kann nicht zu dir
Dein leben so kostbar, mit 14 vorbei
Im Ende des Briefes steht "Chance Nummer 3"

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